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Copilot KI im Arbeitsalltag Microsoft Sep 4, 2026, 8:30:01 AM Jörg Janßen 9 min read
Hallo AI TRIBE, schön, dass du weiterhin dabei bist
Microsoft hat im August rund 30 neue Copilot-Funktionen ausgerollt.
Die meisten davon wirst du nie benutzen.
Aber drei davon ändern, wie du am Montagmorgen arbeitest. Und die wichtigste ist keine glänzende neue Funktion. Es ist ein kleines Feld, in das du einmal reinschreibst, wie du arbeitest.
Ich sitze jede Woche mit Teams aus kleinen und mittleren Unternehmen vor Copilot. Und ich sehe immer dasselbe Muster: Die Leute prompten jeden Tag dieselben Anweisungen neu. Jeden. Einzelnen. Tag.
Genau das hört mit diesem Update auf.
Ich hab die August-Neuerungen auf fünf Punkte eingedampft. Sortiert nach dem, was dir tatsächlich Zeit spart – nicht nach dem, was am lautesten beworben wird.
Los geht's.
1. Der Aufwand-Regler: Du entscheidest jetzt, wie sehr Copilot sich anstrengt

Was ist neu: In Copilot Cowork kannst du das Effort-Level einstellen. Also die Balance zwischen Qualität, Geschwindigkeit und Credit-Verbrauch. Dazu kommt der Befehl /cost: verbrauchte Credits, verbleibendes Monatslimit, Reset-Datum. Ein Befehl, komplette Übersicht.
Wie du es nutzt: Kurze Zusammenfassung einer Mail? Niedriges Effort-Level. Angebotstext für einen Kunden, der über 15.000 Euro entscheidet? Volles Level. Das ist wie die Fahrstufen im Auto: Du fährst nicht die ganze Stadt im Sportmodus.
Warum das zählt: Bisher war KI-Nutzung im Team eine Blackbox. Irgendwann war das Kontingent leer und keiner wusste, warum. Jetzt siehst du den Verbrauch, bevor er zum Problem wird. Nenn es die Copilot-Kostenampel.
Das allein spart dir schon Nerven.
Aber der nächste Punkt ist der, wegen dem ich diesen Newsletter überhaupt schreibe.
2. Das Preset-Prinzip: Hör auf zu prompten. Fang an einzurichten.
Was ist neu: Persönliche Skills. In PowerPoint und in SharePoint. Du hinterlegst wiederkehrende Anweisungen einmal – und Copilot zieht sie ab dann automatisch. In PowerPoint kommt dazu: Strict Brand Adherence für markenkonforme Folien und Steuerung über die Sprechernotizen.

Wie du es nutzt: Schreib einmal auf, was Copilot bei jeder Präsentation wissen muss. "Immer maximal 5 Bullets pro Folie. Kein Fachchinesisch. Kundennutzen vor Feature. Unsere Farben, unsere Schrift." Ab dann musst du das nie wieder tippen.
Das ist der Unterschied zwischen einem Praktikanten, dem du jeden Morgen alles neu erklärst, und einem Mitarbeiter, der weiß, wie das Haus tickt.
Warum das der eigentliche Sprung ist: Prompten skaliert nicht. Einrichten schon. Jede Anweisung, die du einmal hinterlegst, arbeitet ab dann für dich weiter – auch an Tagen, an denen du keine Lust auf gute Prompts hast.
Und genau da scheitern die meisten. Nicht am Tool. An der Einrichtung.
Das nenne ich das Skill-Prinzip: Alles, was du dreimal getippt hast, gehört nicht in den Chat. Es gehört in einen Skill.
Setz dir 30 Minuten in den Kalender. Schreib deine drei häufigsten Anweisungen auf. Fertig. Das ist der ganze Aufwand.
Jetzt zum Teil, den du sofort merkst – weil er dein Postfach betrifft.
3. Outlook und Planner: Verwaltung per Ansage
Was ist neu: In Outlook verwaltest du Nachrichten, Kategorien, Ordner und Regeln jetzt in natürlicher Sprache. Termine und Besprechungen organisiert Copilot mit. In Planner erzeugst du Statusberichte direkt aus den Plan-Daten – inklusive Fortschritt, Risiken und nächsten Schritten. Zielgruppe, Tonalität, Länge und Abschnitte legst du selbst fest.
Wie du es nutzt: Statt dich durch fünf Menüs zu klicken, sagst du: "Sortier alle Mails von Lieferanten in einen eigenen Ordner und markier alles mit Rechnung im Betreff." Für den Montagsreport im Team: "Statusbericht aus dem Projektplan, für die Geschäftsführung, maximal eine Seite, mit Risiken."
Warum das zählt: Outlook-Regeln hat kaum jemand je richtig eingerichtet, weil die Bedienung nervt. Diese Hürde ist weg. Und der Statusbericht, für den du sonst Freitagnachmittag 45 Minuten gebraucht hast, ist ein Satz.
Kleines Detail, große Wirkung im Alltag.
4. Notebooks, OneDrive und Chat: Dein Wissen an einem Ort
Was ist neu:
- Copilot Notebooks laufen leichtgewichtig in der App oder als Workspace in OneNote. Inhalte bleiben synchron, du wechselst nahtlos. Eingabe per Text, Sprache, Bild oder Datei.


Was sonst noch neu ist:
- OneDrive fasst Dateien zusammen, vergleicht sie und zieht Inhalte aus Bildern raus.

- Copilot Chat lässt dich einzelne Textstellen gezielt weiterverarbeiten, Antworten per Link teilen und Daten aus Power BI einbinden. Und du kannst eine Antwort mit einem anderen Modell neu erzeugen lassen.
Wie du es nutzt: Leg für jedes größere Projekt ein Notebook an. Angebot, Protokoll, Recherche, abfotografierte Flipchart-Notizen – alles rein. Dann arbeitest du mit dem Projekt statt mit einzelnen Dateien.
Warum das zählt: Die "Antwort mit anderem Modell neu erzeugen"-Funktion ist der unterschätzte Punkt hier. Wenn eine Antwort dünn ist, liegt es oft nicht an deinem Prompt, sondern am Modell. Ein Klick statt zehn Minuten Umformulieren.
5. Für alle mit IT-Verantwortung
Kurz, aber wichtig: Ab September lassen sich anonymisierte Kennzahlen aus den Copilot- und Agent-365-Dashboards auf Zeilenebene exportieren. Du kannst also eigene Berichte bauen. Dazu neue Verwaltungsmöglichkeiten für GitHub Copilot AI Credits und neue Connectors für breiteren Wissenszugriff.
Wenn du intern rechtfertigen musst, was die Lizenzen bringen: Genau dafür sind diese Zahlen da.
Der Punkt, auf den es ankommt
Es gibt viel Neues insgesamt über 30 Funktionen. Aber Funktionen sind nicht das Problem.
Das Problem ist, dass 90 Prozent der Copilot-Nutzung aus demselben halbherzigen Prompt besteht, jeden Tag neu getippt.
Deshalb:
Nimm dir diese Woche nur einen Punkt vor. Punkt 2. Schreib deine drei häufigsten Anweisungen einmal als Skill auf.
Wenn das sitzt, ist alles andere in der Liste ein Bonus.
Und falls du dir denkst "grundsätzlich klar, aber ich weiß nicht, wo ich bei uns im Team anfangen soll" – genau da setze ich in meinen Trainings an. Nicht bei den Features. Beim Einrichten.
Deine Frage für die Kommentare: Welche Anweisung tippst du bei Copilot oder ChatGPT jede Woche neu? Schreib sie rein. Ich sag dir, ob sie sich als Skill lohnt.
Bis nächste Woche, Jörg
Alle updates im August findest du unter diesem Link
